Meditationstext

Geh´dorthin,
wo Du verletzt bist,
wo Deine Sehnsucht sitzt,
wo Du Schmerz spürst.
Bleibe damit,
mache keine Bewegung
davon weg.
Geh´nicht in die
Gedanken,
bis es zu einem totalen
Stillstand in Dir kommt.
Dann findet dort eine
neue Bewegung statt.
Laß den Schmerz,
die Sehnsucht,
das Verletztsein
sich ausweiten in Dir,
bis alles Platz hat
in Dir.
Du kannst nichts tun,
alles, was Du tust,
behindert den Prozeß.
Geh´dorthin, wo Du
hilflos bist,
wo Du ohnmächtig bist.
Laß Dich tragen,
habe Vertrauen,
wenn es ganz ausgeweitet ist,
wenn alles seinen Platz hat,
ist die Liebe da.
Laß sie zu Dir kommen
laß sie da sein.
Du hast sie ein Leben lang gesucht,
überall,
mit allen Mitteln,
in Beziehungen,
im Sex,
in der Sucht,
in der Arbeit."

Samuel Widmer
"Im Irrgarten der Lust.
Abschied von der Abhängigkeit."